Pressestimmen 2011

Wiesbadener Kurier & Tagblatt, 29.12.2011

Noten sind die Eintrittskarte

KULTUR LOKAL „Singalong“ mit Bachs Weihnachtsoratorium in St. Birgid

  • Im angelsächsischen Raum gibt’s das schon lange, in Frankfurt immerhin auch schon seit zehn Jahren und nun auch endlich einmal in Wiesbaden: Ein „Singalong“, eine Aufführung zum Mitsingen also, bei der es kein Publikum gibt, sondern nur einen großen Chor. Orchester, Dirigent und Solisten werden vom Veranstalter gestellt, Noten muss jeder Sänger selbst mitbringen.  [...]
  • Roman Twardy hat die jungen Sänger seines Knabenchors in strategische Positionen gesetzt. „Wir sollen die Leute mitreißen“, verkünden Luca und Leo, zwei Knaben aus dem Sopran, elf und zwölf Jahre alt. Zweimal haben sie das W. O. vorher noch durchgesungen, „wir können das ja schon“, sagen die Buben selbstbewusst. Heute ist auch mal keine festliche Chorkleidung für die Jungs angesagt, Bach in Jeans - eine ganz neue Erfahrung.
  • [...] fröhliche Mienen - getreu der ersten Worte der Bach’schen Komposition, die da lauten „Jauchzet, frohlocket!“ - gibt es an diesem Abend überall. Das strahlendste Lächeln kommt vom Dirigenten persönlich, der schon von der ersten Sekunde an das Publikum und den Chor mit extrem motivierender Ausstrahlung im Griff hat. Mit einem raffiniert angetäuschten Start testet Roman Twardy, ob die Sänger auf ihn hören, und es funktioniert. Also kann er getrost noch ein kleines Einsingen zelebrieren, bevor die Hundertschaften Männer und Frauen mit Jauchzen und Frohlocken loslegen.

Die gesamte Veranstaltungskritik können Sie hier lesen.

Wiesbadener Tagblatt, 28.11.2011

Singalong in St. Birgit

ORATORIUM Roman Twardy hofft auf viel singendes Publikum

  • „Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage....“ so beginnt das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, von zahlreichen Chören in der Adventszeit jedes Jahr aufgeführt. Einen anderen Weg, dieses bekannte und beliebte Chorwerk zu präsentieren, beschreitet nun Roman Twardy, Leiter des Wiesbadener Knabenchors. In einer Aktion, die in Wiesbadens Musikszene so noch nie stattgefunden hat, veranstaltet er ein so genanntes „Singalong“ mit dem Weihnachtsoratorium, von Insidern nur „W.O.“ genannt. „Das bedeutet: Alle dürfen mitsingen“, sagt Twardy. [...]Der Reiz dieser Veranstaltung ist also das gemeinsame Erleben der Bach’schen Musik, ohne dass man sie in langen Proben erarbeiten muss. Ein wahres Highlight für Chorsänger, für die das „WO“ zur Weihnachtszeit einfach dazugehört, meint Twardy. Die Singalong-Idee kommt aus dem angelsächsischen Sprachraum, ist aber auch in den Niederlanden verbreitet, sagt Twardy. [...]
  • Dass es in Wiesbaden eine ebenso große Resonanz erfährt und vielleicht dann auch zur weihnachtlichen Tradition werden kann, darauf hofft Roman Twardy, der „eine riesige Lust auf diese überraschende Konzertsituation“ hat. [...]

Den gesamten Vorab-Bericht können Sie hier lesen.

Wiesbadener Kurier & Tagblatt, 28.11.2011

Sinnliche Klangfarben

LUTHERKIRCHE Britten-Kantaten von Wiesbadener Knabenchor, Mädchenchor MainzVocal und GlobArte

  • Im Jahre 1995 habe er beschlossen, Benjamin Brittens Kantaten „St. Nicolas“ und „The Company of Heaven“ einmal aufzuführen, nun sei der Moment dafür gekommen, sagte Chorleiter Roman B. Twardy vor Beginn des Konzertes des Wiesbadener Knabenchors, des Mädchenchors MainzVocal und des GlobArte Orchesters in der Lutherkirche. Er vermute, dass die Werke für viele Zuhörer Neuentdeckungen seien. In der Tat zählen beide Stücke in Deutschland nicht zu den bekanntesten Kompositionen Brittens, doch am Ende des Konzertes stand tosender Applaus.
  • Zuerst erklang die Kantate „The Company of Heaven“, die 1937 für die BBC komponiert und aufgenommen wurde. Die von Richard Ellis Roberts zusammengestellten Texte entstammen teilweise der Bibel, aber auch bedeutenden Werken der englischen Literatur. Sie handeln vom Widerstreit der himmlischen Heerscharen mit Satan. Das Stück ist eingängig, durchaus aber auch geheimnisvoll. Der Tenor Daniel Sans und der Sprecher Ivan Williams überzeugten auf ganzer Linie, Chor und Orchester musizierten unter Twardy akkurat. Herausragend war die Sopranistin Shelley Cantrick [...]
  • Die 1948 entstandene Kantate „St. Nicolas“ mit einem Text von Eric Crozier beleuchtet Stationen im Leben des Heiligen Nikolaus von Myra. Britten schrieb sie für die Hundertjahrfeier des Lancing College, sie wurde von einem aus Amateuren und professionellen Musikern bestehenden Ensemble uraufgeführt. In der Lutherkirche erschufen die Interpreten sinnliche Klangfarben. [...]
  • Der Wiesbadener Knabenchor und die Sängerinnen von MainzVocal unter Thomas Hanelt spornten einander an, mit dem GlobArte Orchester erzählten sie auf spannende Weise vom Schutzpatron der Kinder, Seeleute und Reisenden.
  • Vor Konzertbeginn hatte Roman B. Twardy auf eine Überraschung im Programmheft hingewiesen: Die Konzertgemeinde sollte sich im fünften und im finalen Satz von „St. Nicolas“ erheben und mit Hilfe der abgedruckten Noten „kräftig mitsingen“. Nicht zu viele Besucher folgten dieser Einladung, doch ein außergewöhnliches Adventskonzert hatten alle erlebt.

Kulturpreisträger 2013 der Landeshauptstadt Wiesbaden